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Idee
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griech. idea, eidos: "Aussehen",
"Anblick", "Form"
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In allgemeinen Nachschlagewerken wird der
Idee-
Begriff anhand der philosophischen Begriffsgeschichte
dargestellt. Die dortigen Beiträge unterscheiden sich da-
her nicht grundsätzlich von denen in philosophischen
Lexika. Trotzdem weicht das Alltagsverständnis
da-
von, was eine Idee ist - oder was Ideen sind - von diesen
Begriffsbestimmungen ab. Der alltägliche Umgang mit
Ideen wird hauptsächlich bestimmt durch die psychologi-
sche Sicht.
Aus der
philosophischen Diskursen um den Idee-Begriff
haben sich, beginnend mit der Aufklärung, neue Diskurse
entwickelt, die um ästhetische Fragen und Fragen der
Kunsttheorie kreisen. Neben den philosophischen Idee-
Begriffen entstanden ästhetische Idee-Begriffe.
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Die Bedeutung
der Idee - oder von Ideen - für das archi-
tektonische Entwerfen wird sowohl vom philosophi-
schen, psychologischen, ästhetischen, als auch vom All-
tagsverständnis geprägt.
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Der Idee-Begriff in allgemeinen Enzyklopädien
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Der Idee-Begriff wurde wesentlich geprägt schon in der
Antike; genannt werden Platon, Aristoteles und die Stoi-
ker. Die antiken Vorstellungen wurden von der christli-
chen und neuplatonischen Philosophie des Mittelalters
aufgegriffen und modifiziert. Das moderne Begriffs-Ver-
ständnis wird zurückgeführt vor allem auf die Philosophie
der Aufklärung und des Deutschen Idealismus.
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Der philosophische Idee-Begriff
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Für Platon sind Ideen die den Erscheinungen zugrunde
liegenden Urbilder. Als solche sind sie zugleich Ausdruck
des eigentlichen Seins, in Gegensetzung zum veränder-
lichen Seienden.
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Aristoteles wandte sich gegen die Trennung zwischen
Sein und Seiendem. Für ihn war die Idee eine der Eigen-
schaften, "die bloß deshalb als Seiendes betrachtet wer-
den könne, weil sie als etwas Allgemeines letztlich immer
von einem einzelnen Ding ausgesagt werde."
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Schon für die Stoiker
waren Ideen subjektive Allgemein-
vorstellungen.
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Im Mittelalter
entbrannte "zwischen Platon-Anhängern,
Aristoteles-Anhängern und Anhängern des Nominalismus"
ein Streit "um Wesen und Herkunft des Begriffes der Idee" Universalienstreit).
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www.wikipedia.org
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"Die Neuplatoniker
verstanden sie als Ausdruckskraft
eines obersten Weltprinzips, das mittelalterliche Chri-
stentum als 'Gedanke Gottes'."
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ebenda
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Ausgehend vom
Neuplatonismus, dachte Augustinus
Ideen als "Urbilder der Dinge [?], die in der Vernunft
selbst enthalten sind."
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Prechtl, Peter / Burkard,
Franz-Peter (Hrsg.): Metzler
Philosophie Lexikon. Metzler,
Stuttgart 1999
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Mit Beginn der Neuzeit
wurde das Repräsentationsmodell
bestimmend, demnach die Idee eine bewusstseinsimma-
nente Vorstellung ist. Als Referenz der Idee galt nicht lä-
nger Gott, sondern das menschliche Bewusstsein bzw.
die Ratio.
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Die
rationalistische Richtung der Aufklärung ging von ei-
ner Wirklichkeit aus, die wegen ihrer logischen Beschaf-
fenheit allein durch das Denken zu erschlossen werden
konnte. Dagegen war für die Empiristen Erkenntnis nur
möglich auf Grundlage der sinnlichen Erfahrung. Auch
Ideen waren demnach ausschließlich Produkte der Erfah-
rung. Sie existierten weder außerhalb des Bewusstseins,
noch waren sie erblich.
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Dennoch blieb
aber der Gedanke der Allgemeingültigkeit
von Ideen bestehen. Kant gelang es, diesen zu bestäti-
gen, ohne die Erfahrung als Erkenntnisbedingung relati-
vieren zu müssen.
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Unter Ideen
verstand Kant Vorstellungen der Vernunft.
Ideen könnten zwar nicht erkannt werden wegen der Be-
dingtheit der menschlichen Wahrnehmung, sie seien al-
so kein Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis, aber
trotzdem notwendig als Regulativ moralischen Urteilens
und Handelns. In diesem Zusammenhang erlangten für
Kant das Schöne und die Kunst ihre Bedeutung.
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In der Kritik
der Urteilskraft unterscheidet Kant zwischen
der Vernunftidee und der ästhetischen Idee. Während die
Vernunft-Idee übersinnlichen Charakter habe, "dem keine
Anschauung angemessen sein könne", sei die ästhetische
Idee zu verstehen als "Anschauung der Einbildungskraft",
sie sich weder mit dem Begrifflichen decke, noch die Ver-
nunft-Idee erreiche.
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Götz Pochat: Geschichte der
Ästhetik und Kunsttheorie. Von
der Antike bis zum 19. Jahrhun-
dert. DuMont, Köln 1986
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Mit dem
deutschen Idealismus, insbesondere durch
Schelling (für ihn sind Ideen "überirdische Mächte") und
Johann Gottlieb Fichte gewinnt die metaphysische
Ideenlehre Platons wieder an Bedeutung, sie stellt sich
aber offener und dynamischer dar. Jetzt wird Idee als Be-
griff der Vollkommenheit gedacht, die sich zwar noch
nicht in der Erfahrung findet, aber dennoch in der Wirklich-
keit möglich ist. Fichte differenziert, dass Ideen Kraft und
Stärke spenden, und ebnet somit dem Begriff der Idee
die Ebene der subjektiven Kreativität.
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www.wikipedia.org
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Für Hegel
ist die Idee ist das "objektiv Wahre", sie ist der
"Prozess des real sich entfaltenden Denkens". Die Wirk-
lichkeit ist dem entsprechend "die sich entwickelnde Idee
des Gedachten".
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www.wikipedia.org
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"Während
im Neukantianismus die Idee noch einmal als
Erkenntnisregulativ für wissenschaftlichen Fortschritt zur
Geltung gebracht wird und von Husserl "gegen den Psy-
chologismus des 19. Jahrhunderts als ein allgemeiner Ge-
genstand verteidigt wird, der in den intentionalen Akten
des Bewusstseins immer mit gemeint sein muss, wenn et-
was individuell Reales überhaupt intendierbar sein soll,
dient sie im antimetaphysisch geprägten 20. Jh. weitge-
hend nur noch als prominentester Titel für das Metaphy-
sische, das man überwunden zu haben glaubt."
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Metzler Philosophie Lexikon 1999
(Angaben s.o.)
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In
wissenschaftlichem Rahmen gilt die Idee heute daher
ausschließlich als Gegenstand philosophiehistorischer Be-
trachtungen - oder als psychologisches Phänomen.
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Das psychologische Idee-Verständnis
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Nach psychologischem Verständnis gilt die Idee als "Be-
zeichnung
a) für den geistigen 'Gehalt' oder 'Inhalt' von Vorstellu-
ngen und Denkoperationen,
b) für unanschauliche, in Begriffe gefasste Allgemeinvor-
stellungen oder
c) für Leitgedanken, Pläne oder Einfälle, die Denken,
künftige Handlungsweisen oder Problemlösungsan-
sätze, letztere in form sogenannter 'ideativer Lösungen'
(Köhler), orientieren."
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Werner D. Fröhlich:
Wörterbuch Psychologie.
dtv, München 1997
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Als "fixe
Idee" gilt die Idee nach psychologischem Ver-
ständnis aber auch als "krankhafte Vorstellung oder Mei-
nung, die das Denken und Verhalten einer Person völlig
beherrscht. Die fixe Idee ist i. d. R. ohne reale Grundlage
und durch rationale Argumente kaum zu beeinflussen.
[?]"
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Brockhaus. Die Enzyklopädie in
24 Bänden. Brockhaus, Mannheim,
20., neu bearbeitete Auflage
1996 bis 1999
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Weiterhin wird
in der Psychologie von Ideenflucht und von
Wahnideen gesprochen.
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Das Alltagsverständnis des Idee-Begriffs
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Im Alltagsverständnis spielt die Idee vielfältige und über-
wiegend positive Rollen:
Vor allem Künstler brauchen Ideen, um Kunst schaffen
zu können. Ideen sind aber auch nötig, um schwierige
Situationen in der Arbeitswelt und ganz allgemein im All-
tag zu meistern, um Probleme zu lösen, Konflikte zu be-
wältigen. Ideen sind Indiz für Kreativität, neben Künstlern
wird daher vor allem Kindern Ideenreichtum zugeschrie-
ben. Eine konkrete Vorstellung, was Ideen sind, gibt es
aber nicht. Unter Ideen stellt man sich oft plötzliche Ein-
fälle vor, die scheinbar aus dem Nichts kommen.
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Mit psychologischen
Methoden wird versucht, Ideen zu
fördern. Kreativitätstechniken sollen die Sicherheit und
Regelmäßigkeit erhöhen, mit der Ideen produziert werden,
z. B. das brainstorming. Die Techniken beruhen auf psy-
chologischen Untersuchungen und Erfahrungen, mit de-
nen wiederum bestimmte Vorstellungen vom Wesen der
Idee verbunden sind.
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Das ästhetische Idee-Verständnis
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Unter der ästhetischen Idee bei Kant ist zu verstehen die
"Anschauung der Einbildungskraft", sie sich weder mit
dem Begrifflichen deckt, noch die Vernunft-Idee erreicht.
Die ästhetische Idee kommt in der Schönheit zum Aus-
druck.
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Götz Pochat: Geschichte der
Ästhetik und Kunsttheorie. Von
der Antike bis zum 19. Jahrhun-
dert. DuMont, Köln 1986
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Das Schöne als
Eigenschaft der Kunst beschreibt Kant
aus der Perspektive des Rezipienten, des Betrachters
oder Hörers. Ihm ging es deshalb vor allem um die Er-
kenntnis und die Beurteilung des Schönen, die Gegen-
stand der Kritik der Urteilskraft war.
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Bedingung der
Erkenntnis des Schönen - und damit der
ästhetischen Idee - ist die ästhetische Urteilskraft.
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Entsprechend
seiner Auffassung von der Doppelnatur des
Menschen, gebildet aus biologischer Natur und Vernunft,
unterschied Kant zwischen zwei Arten des Urteilens.
Während das subjektive Geschmacksurteil nach dem
Lust-/Unlust-Prinzip dem Angenehmen und Nützlichen
folge, sei das ästhetische Geschmacksurteil interesselos.
Nur das ästhetische Geschmacksurteil befähige den
Menschen daher, das Wahrhaft Schöne zu erkennen.
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Die
Interesselosigkeit ist von zentraler Bedeutung, weil sie
es gestattet, den subjektiven Zugang mit dem Anspruch
der Allgemeinheit zu verbinden:
[...] so kann er [der Urteilende - K.L.] keine Privatbedi-
ngungen als Gründe des Wohlgefallens auffinden, an
die sich sein Subjekt allein hinge, und muss es daher
als in demjenigen begründet ansehen, was er auch
bei jedem anderen voraussetzen kann; folglich muss
er glauben Grund zu haben, jedermann ein ähnliches
Wohlgefallen zuzumuten. Er wird daher vom Schönen
sprechen, als ob Schönheit eine Beschaffenheit des
Gegenstandes und das urteil logisch [...] wäre; ob es
gleich nur ästhetisch ist und bloß eine Beziehung der
Vorstellung des Gegenstandes auf das Subjekt ent-
hält: darum, weil es doch mit dem logischen die Ähn-
lichkeit hat, daß man die Gültigkeit desselben für je-
dermann daran voraussetzen kann. Aber aus Begrif-
fen kann diese Allgemeinheit auch nicht entspringen.
Denn von Begriffen gibt es keinen Übergang zum Ge-
fühle der Lust oder Unlust (ausgenommen in reinen
praktischen Gesetzen, die aber ein Interesse bei sich führen, dergleichen mit
dem reinen Geschmacksurteile nicht verbunden ist). Folglich muss dem
Geschmacks-
urteile, mit dem Bewusstsein der Absonderung in
demselben von allem Interesse, ein Anspruch auf Gül-
tigkeit für jedermann, ohne auf Objekte gestellte Allge-
meinheit anhängen, d.i. es muss damit ein Anspruch
auf subjektive Allgemeinheit verbunden sein.
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Kritik der
Urteilskraft, §6
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Die subjektive
Allgemeinheit des Schönen und der ästhe-
tischen Idee verzichtet auf den Anspruch der Objektivität
und die Metaphysik der Vernunft-Idee, sie kommt aus oh-
ne Begrifflichkeit. Das ästhetische Urteil, das den Men-
schen zur Erkenntnis des Schönen und der ästhetischen
Idee befähigt, steht in seiner Wertung wiederum aber
deutlich über dem subjektiven Geschmacksurteil, das
bestimmt wird durch das Lust- oder Unlustempfinden,
d.h. die biologische Verfassung des Einzelnen.
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Innerhalb des
Systems der Kantschen Philosophie
scheint die subjektive Allgemeinheit ein Kompromiss
zu sein, unverzichtbar aus der Erfahrung der Kunstre-
zeption, aber doch auch nicht besser zu begründen. Im
Zusammenhang mit der Geschichte des Idee-Begriffs
wurde sie nicht aufgegriffen und weitergeführt, und
in aktuellen Nachschlagewerken wird die ästhetische
Idee Kants maximal kurz erwähnt, nicht aber erläutert.
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Genau die
Beschreibung der subjektiven Allgemeinheit
spiegelt aber die Erfahrung, die Architekten im Entwerfen
mit ihren Ideen machen.
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Das Idee-Verständnis im Zusammenhang mit dem architektonischen
Entwerfen
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Ideen sind in der Architektur meist Vorstellungen von Räu-
men oder räumlichen Situationen. Oft sind sie sehr kon-
kret und atmosphärisch dicht. Als Entwerfende oder Ent-
werfender kann man sich in ihnen bewegen wie in Traum-
welten.
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Das ist auch
so, wenn abstrakte oder "automatische" Ent-
wurfsstrategien angewendet werden. Auch dann nimmt
man das Ergebnis wahr und beurteilt es. Man stellt sich
die Architektur vor, bewegt sich durch sie hindurch und
in ihr. Man testet gedanklich die Räume, ihre Funktionali-
tät im Hinblick auf die eigenen Vorstellungen und die mög-
lichen Wirkungen. Auch wenn die Idee anfänglich abstrakt
war, wird sie spätestens in diesen Momenten konkret.
Dann erst fällt das Urteil und wird die Idee als Idee er-
kennbar.
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Ideen bringen
das für den Entwerfenden oder die Entwer-
fende Wesentliche der Situation zu einem deutlicheren
Ausdruck, als es die Wirklichkeit selbst täte, zugleich ab-
strahieren sie von den meisten der unzähligen anderen Aspekte.
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Angesichts
guter Ideen vergisst man oft, daß es sich im-
mer noch nur um Gedanken, nicht um die Wirklichkeit
selbst handelt, weil die Vorstellungen von der Wirklichkeit
viel deutlicher sind, als diese selbst erscheint. Vielleicht
deshalb wirken Ideen nicht erfunden, sondern gefunden oder entdeckt.
Als Entwerfende/r meint man, sie im Ent-
wurf nur entfalten und entwickeln zu müssen.
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Die Idee
erscheint als Ganzheit und schafft eine Ganzheit,
d.h. ihr ordnen sich die vielfältigen Vorstellungen im Zu-
sammenhang mit dem Entwurf unter. Die Idee ist der Vor-
stellungsraum, innerhalb dessen die Vielheit der Einflüs-
se, Bedingungen, Beschränkungen, Ansprüche geordnet
erscheinen und einen gemeinsamen Sinn ergeben. Die
Idee bildet auch die Referenz für alle weiteren Überlegu-
ngen: für konkretere Planungen und für den Umgang mit
den während des Entwurfs- und Bauprozesses anste-
henden Problemen.
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Gute Ideen
werden von anderen verstanden, geteilt, ver-
breitet und sie gewinnen darüber an Einfluss. Obwohl
Ideen subjektiv sind oder gerade deshalb, wirken sie nicht
konstruiert oder künstlich, sondern vollkommen selbstver-
ständlich und natürlich.
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Daß durch die
Idee manches wichtiger wird und anderes
ganz verschindet, fällt überhaupt nicht auf, das Bild er-
scheint vollkommen. Wie bei guten Büchern wird gar nicht
bewusst, daß die Sicht eine subjektive und einseitige ist,
man fühlt sich zutiefst verstanden, und zwar sehr persön-
lich, und ist zugleich überzeugt davon, daß alles genau
so ist und nicht anders, d.h. daß das Bild der Dinge keine
bloße Vorstellung ist, sondern ein Abbild der Wirklichkeit.
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Architekten über Ideen:
Herzog & de Meuron
Peter Zumthor
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Verfasserin:
Katrin Lederer Dipl.-Ing.
Architektur
E-Mail: katrinlederer@web.de
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Seite zuletzt aktualisiert am:
11.05.2005
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