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Gemütlichkeit
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nur
Schnipsel
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Gemütlich sind wir selber, da muss nicht
auch
die Architektur noch gemütlich sein.
Von wem ist dieser Satz?
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Günter Behnisch in
einem Interview mit DIE ZEIT, im
Februar 2004:
BEHNISCH: Wenn jemand Gemütlichkeit braucht, soll er
sich eine Katze anschaffen. Ich habe zwei Katzen zu Hau-
se, das ist gemütlich.
ZEIT: Kritik an der modernistischen Architektur lassen Sie
nicht gelten?
BEHNISCH: Doch, ich mag aber nun mal das Altertümeln-
de nicht.
ZEIT: Was stört Sie daran?
BEHNISCH: In der Architektur wird ja sichtbar, wie wir mit
der Welt und uns umgehen. Und nicht nur das: Sie prägt
auch unseren Blick auf die Welt. Natürlich gibt es da kei-
nen Schalter, den man umlegen könnte. Aber mit der Zeit
wirkt das, was uns anfangs noch verrückt vorkommt, ver-
traut und normal. Die Wahrnehmung verändert sich und
damit wohl auch unsere Vorstellung von Wirklichkeit.
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"So ein bisschen
Schweben.
ZEIT-Gespräch mit dem großen alten
Mann der deutschen Architektur:
Günter Behnisch über seine Erfahru-
ngen als U-Boot-Kommandant, seine
Liebe zur Landschaft und seinen
letzten Wunsch". Fragen: Hanno
Rauterberg. In: DIE ZEIT Nr. 8,
12.02.2004
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Gemütlichkeit
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Das Substantiv Gemütlichkeit
ist erst seit dem 18. Jh. ge-
bräuchlich; Ableitung von gemütlich.
Das spätmhd.
gemuetlich gründet zum einen in "mhd.
gemüete 'Gemüt' in der Bedeutung 'das Gemüt betreffend'
und" in der "Ableitung von mhd. gemüete, ahd. gimuati
ad-
jektivisch 'gleichen Sinnes, angenehm, lieb', substanti-
visch 'das Angenehme; Zustimmung' in der Bed. 'ange-
nehm, lieb''
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Duden. Das Herkunftswörterbuch.
Etymologie der deutschen Sprache.
(Duden Bd. 7) Dudenverlag,
Mannheim 1989
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Unter ArchitektInnen
wird Gemütlichkeit verbunden vor
allem mit Spießbürgerlichkeit und Biederkeit. Gemütlich-
keit ist ein Synonym für Wohnzimmer in Eiche rustikal,
Sofabilder mit röhrenden Hirschen, bestickte Kissen,
Deckchen und Zinnteller.
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Die Kritik an der bürgerlichen Lebensweise hat Tradition
vor allem unter Intellektuellen, Künstlern (und Architek-
ten). Bürgerlichkeit wird gleichgesetzt mit Unechtheit, Un-
eigentlichkeit und Oberflächlichkeit, mit Mangel an Refle-
xion und Bewusstsein bei gleichzeitigem Hängen an über-
kommenen Werten, mit Konservativismus und zwanghaf-
ter Grundhaltung.
Die Architektur betreffend, ist das gespaltene Verhältnis
zur bürgerlichen Lebensart eng verbunden mit dem
Selbstverständnis von ArchitektInnen.
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Und Gemütlichkeit gilt als architektonischer Ausdruck der
negativen Eigenschaften eben der bürgerlichen Lebens-
weise: Sie ist Inbegriff des Unechten, Unehrlichen, weiter-
hin des Rückschrittlichen, Konservativen, das den Gegen-
pol zum Innovativen darstellt.
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Literatur:
Bollenbeck, Georg: Tradition Avantgarde Moderne.
Deutsche Kontroversen um die kulturelle Moderne
1880 - 1945. Fischer, Frankfurt am Main 1999
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Verfasserin:
Katrin Lederer Dipl.-Ing.
Architektur
E-Mail: katrinlederer@web.de
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Seite zuletzt aktualisiert am:
13.05.2005
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