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Entwurfsphilosophie Meine
Entwurfsphilosophie ist die
vorzügliche Beschäftigung mit Licht und Raum - nicht mit
abstraktem Raum, nicht mit maßlosem Raum, sondern mit
einem Raum, dessen System und Definition eine Ver-
wandtschaft mit Licht, mit menschlichen Maßen und mit
der Kultur der Architektur hat. Architektur hat Lebenskraft
und Dauer, weil sie uns enthält; sie beschreibt Räume,
den Raum, durch den wir uns bewegen, in dem wir exi-
stieren, den wir benutzen. Ich arbeite mit Volumen und
Oberfläche (dabei manipuliere ich formen im Licht), mit
Größen- und Perspektivänderungen, Bewegung und Sta-
sis.
Bei dieser Arbeit ist Weiß ein Mittel, Wahrnehmung zu
schärfen und die Kraft visueller Form zu stärken. Es ist
nur ein Mittel von mehreren, und ich hoffe, in Zukunft eine
Reihe von Möglichkeiten erforschen zu können. Viele mei-
ner Quellen stammen aus der Geschichte der Architektur,
aber meine Bedeutungen sind immer verinnerlicht, meine
Metaphern rein architektonisch.
Für mich liegt ein Teil der Bedeutung, die eine Bewusst-
heit der Architekturgeschichte hat, darin, dass wir wieder
das Bleibende, die Kontinuität - und damit Qualität - schä-
tzen. Ich nehme großen Anteil an der Herstellung eines
Gebäudes und sehe mich eher als Baumeister und nicht
so sehr als Künstler, denn die Kunst der Architektur ver-
langt das schließlich.
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Maarten Kloos (Hrsg.): Die Haut
der Erde. Architektur für ein neues
Jahrhundert. Nishen, Berlin 1993
(Original: Amsterdam 1991)
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