|
[Wir] gehen [...] immer von einer phänomenologischen
Perspektive aus. Wir orientieren uns an der Natur und an
dem, was vorhanden ist, nicht an einer Ideologie, [...]. All
unsere Projekte basieren auf beobachtender und be-
schreibender Wahrnehmung. Die Lösungen für unsere
Projekte haben wir sozusagen auf der Straße gefunden.
Wir projizieren unsere Wahrnehmung auf unsere Architek-
tur. Das ist auch der Grund, warum sich unsere Gebäude
so sehr voneinander unterscheiden. Unser Blickwinkel ist nie derselbe und die
Wahrnehmung deshalb immer wie-
der anders. Unsere Arbeit besteht im wesentlichen aus
der Beobachtung und Analyse dessen, was vorhanden ist.
Natürlich gibt es auch Konstanten in unserer Arbeit. Die-
se wiederkehrenden Elemente tauchen immer wieder auf,
wie Attraktoren in natürlichen Prozessen. Allerdings han-
delt es sich bei diesen Attraktoren weder um Stilmerkma-
le noch um ontologische Kategorien. Klassifizierungen
helfen nicht, unsere Architektur besser zu verstehen.
|
"Minimalismus und
Ornament.
Herzog & de Meuron im Gespräch
mit Nikolaus Kuhnert und Angelika
Schnell". In: Arch+ 129/130, 12/1995,
S. 19
|