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Das ist das Außergewöhnliche beim Entwerfen: Es ist ei-
ne Arbeit, bei der das Herumschlagen mit den Schwierig-
keiten in Wirklichkeit schon Stadien und Elemente der Su-
che nach der Form sind, eine Arbeit, bei der das Überwin-
den praktischer Hindernisse und die Formfindung auf das-
selbe hinauslaufen, bei der die Form als letztes kommt
und, bevor sie sich endgültig klärt, viele Stufen bewältigen
muss. Sie überwindet Hindernisse, überlistet oder umgeht
sie, macht ungeahnte Wendungen, passt sich an, lässt
das Überflüssige allmählich fallen, verfeinert sich. Wir se-
hen ihre Notwendigkeit wachsen, sehen zu, wie sie an Er-
fahrung, an Dichte, gewinnt. und niemand, der nicht
dumm oder ein Charakterlump ist, kann letztlich behaup-
ten, Form sei das Ergebnis eines spezifischen formalen
Willens. Dennoch ist es allein die Form, die als Zeugnis
dieses langwierigen Prozesses übrigbleibt: die befreite,
nie die gesuchte Form. Nicht die simple spontane Form,
die es in Wirklichkeit nicht gibt, auch nicht die natürliche
Form, die es ebenso wenig gibt, sondern die konstruierte, die geschliffene,
die einzig unter diesen Bedingungen ge-
wollte Form.
Das ist die eigentliche Freiheit der Architektur. Eine Frei-
heit, die der Bindung entspringt [?]
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Giorgio Grassi:
"Freiheit und innere
Ordnung der Architektur". In:
Peter P. Schweger / Wolfgang
Schneider / Wilhelm Meyer: Archi-
tekturkonzepte der Gegenwart. Ar-
chitekten berichten. Kohlhammer,
Stuttgart 1983, S. 88 f.
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