Architektur

Baukunst
lat. architectura

arch- bezeichnet das Anfangen, Anführen und Unternehmen, tekton das Erfinden, Hervorbringen, Verfestigen, Bilden und Bauen (speziell das Zimmern, das Bauen mit Holz).

   
Der Architekturbegriff - im Sinne von Baukunst, Baustil - ist erst gebräuchlich seit dem 16. Jahrhundert. Er lässt sich etymologisch zurückführen über das gleichbedeutende lat. architectura auf lat. architectus, und weiter auf griech. archi-técton, "Baumeister" (eigentlich "Oberzimmermann"). Das Bestimmungswort archi- "Ober-, Haupt-" gehört zu griech. árchein "der erste sein, Führer sein", archós "Anführer, Oberhaupt". Griech. técton "Zimmermann, Zimmerer" ist sprachlich verwandt mit griech. téchne "Handwerk, Kunst, Kunstfertigkeit; Wissenschaft", aind. táksati "bearbeitet, verfertigt, zimmert" und lat. texere (textum) "flechten, weben; bauen, zimmern; kunstvoll zusammenfügen".   vgl. Duden. Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. (Duden Bd. 7) Dudenverlag,
Mannheim 1989
Die übertragenen Bedeutungen des Architekturbegriffs zeigen, daß die etymologischen Ursprünge das allgemeine Begriffsverständnis bis heute prägen: Architektur im Sinne von Systemarchitektur bzw. Netzwerkarchitektur oder auch Architektur des Gehirns verweist auf die Aspekte der Struktur, der Fügung und der Urheberschaft.    
Jenseits der etymologischen Herleitung der Bedeutung des Architekturbegriffes lassen sich zwei Arten der Begriffsbestimmung unterscheiden. In allgemeinen Lexika und Wörterbüchern wird Architektur hauptsächlich über ihren gesellschaftlichen und kulturellen Zweck und ihre Bedeutung und über ihre historische Entwicklung bestimmt. Architektur wird hier unterteilt in Sakral- und Profanbauten und in Gebäudetypen (beispielsweise Wohnhäuser, Industriebauten, Kirchen oder Museen) und wird Stilepochen zugeordnet. In Lexika und Wörterbüchern der Architektur steht dagegen der Entstehungsprozess im Zentrum der Begriffsbestimmung. Diese Sicht wird konkretisiert durch die Begriffsbestimmungen von Architekten.    
Beide Arten der Begriffsbestimmung unterscheiden sich voneinander durch die Perspektive der Betrachtung:
Für Nutzer ist Architektur Teil der Umwelt, ihrer Lebenswelt, für Architekten ist sie darüber hinaus das Ergebnis des Entwerfens, das Ergebnis eines schöpferischen Prozesses, ist sie ein Werk.
   
Aber dennoch erscheint Architektur aus beiden Blickwinkeln als Baukunst. In den Architekturbegriffen spiegeln sich daher nicht nur differierende pragmatische Bedürfnisse von Nutzern und Gesellschaft, sondern vor allem auch differierende Ansprüche an und Auffassungen von Kunst.    
Der Beitrag zur Architektur in Sandkühlers Europäischer Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften (1990) geht vorrangig auf die verschiedenen Sichtweisen der Architektur ein.    
Architekten über Architektur:    

Günter Behnisch

Mario Botta

David Chipperfield

Coop Himmelblau

Peter Eisenmann

Hans Kollhoff

Rem Koolhaas

Jean Nouvel

Frei Otto

Richard Rogers

und unter Entwerfen

   
     
 

Verfasserin:
Katrin Lederer Dipl.-Ing. Architektur
E-Mail: katrinlederer@web.de

Seite zuletzt aktualisiert
am 13.05.2005

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