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Analyse
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griech. 'Auflösung'
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allg.: "Zergliederung, Zerlegung, Trennung eines
Ganzen
in seine Teile, Untersuchung eines Sachverhalts unter Be-
rücksichtigung seiner Teilaspekte."
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Brockhaus. Die Enzyklopädie in
24 Bänden. Brockhaus, Mannheim,
20., neu bearbeitete Auflage
1996 bis 1999
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"Zergliederung,
Zerlegung, Auflösen in einfachere, einfa-
cher verständliche Bestandteile, ursprünglich mathe-
matisches, naturwissenschaftliches (chemisches) Ver-
fahren zur Untersuchung von Substanzen, Stoffen, Ob-
jekten"
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Fremdwörterbuch, Verlag
Enzyklopädie Leipzig, 1959
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Architektur:
Die Analyse kann ein
methodologisches Mittel des ar-
chitektonischen Entwerfens (1) sein, beispielsweise als
Analyse der Bauaufgabe oder des Ortes. Sie kann aber auch der Architekturinterpretation
(2) als Grundlage die-
nen.
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1)
§15
HOAI 7 (S. 323):
Leistungsphase 1 -
Grundlagenermittlung,
Besondere Leistungen:
"Standortanalyse"
Leistungsphase 2 -
Vorplanung (Projekt- und Planungs-
vorbereitung):
"Analyse der
Grundlagen"
Besondere Leistungen:
"Aufstellen
einer
Bauwerks- und Betriebs-Kosten-Nutzen-Analyse"
Leistungsphase 3 -
Entwurfsplanung (System- und
Integrationsplanung):
"Durcharbeiten des
Planungskonzepts"
--> Besondere Leistungen:
"Analyse der
Alternativen / Varianten und deren
Wertung mit Kostenuntersuchung (Optimierung)"
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HOAI
Honorarordnung für
Architekten und Ingenieure.
C. H. Beck (dtv), München 1997
(17. Auflage)
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Ein
Mittel der Standortanalyse sind Schwarzpläne.
Mit
Hilfe von Schwarzplänen werden Zusammenhänge
zergliedert in Einzelaspekte: Baumasse, Geometrie, We-
ge, Funktionen, Zustände zu bestimmten Zeitpunkten.
Analysiert werden können auch Bedeutungszusammen-
hänge, indem sie graphisch umgesetzt werden. Mit der
graphischen Zergliederung verbunden ist eine Abstraktion
und Reduktion der Wirklichkeit. D. h. es verschwinden be-
stimmte Zusammenhänge, aber andere treten deutlicher
hervor.
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2)
Inwieweit
Architektur mit Hilfe von Analysen interpretiert
werden kann, hängt zum einen von den Entwurfsstrate-
gien ab, zum anderen von der prinzipiellen Architekturauf-
fassung des Interpreten. Soll Architektur ausschließlich
unmittelbar wirken und wird als Architektur ausschließlich
das verstanden, was sich unmittelbar erschließt, dann sind Analysen
überflüssig.
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Zu fragen ist vor allem
aber, ob die Analyse als Erkennt-
nismethode an fixe und fixierbare Bedeutungen der ana-
lytisch ermittelten Bestandteile des zu analysierenden Ge-
genstands gebunden ist. Das ist z. B. der Fall in der Che-
mie, deren Untersuchungsobjekte stofflich eindeutig be-
stimmbar sind, aber schon weniger in der Literaturwissen-
schaft, wo es zwar eine symbolisch zu verstehende Spra-
che mit bestimmbaren Elementen und relativ festgelegten
grammatikalischen Strukturen gibt, diese aber gerade durch das, was Literatur
ausmacht, immer wieder modi-
fiziert und aufgeweicht werden.
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Die Bindung der Analyse
als Methodik an das Vorhanden-
sein von Bestandteilen oder Strukturen, die sich ab- und
eingrenzen lassen und die sich als Elemente oder Struktu-
ren beschreiben lassen, spiegelt sich in ihrer Bedeutung
innerhalb verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen:
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Chemie:
"quantitative
und qualitative Bestimmung der Bestandtei-
le einer unbekannten Substanz mit Methoden der analy-
tischen Chemie."
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Brockhaus. Die Enzyklopädie in
24 Bänden. Brockhaus, Mannheim,
20., neu bearbeitete Auflage
1996 bis 1999
-->
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Literaturwissenschaft:
"Bez. für
werkbezogene Untersuchungsmethoden als
Grundlage der Interpretation, so Struktur-A. (Bestim-
mung der Elemente, die einem Werk seinen spezifischen
Charakter verleihen: Aufbau, Motivgeflecht u.s.w.), Stil-A.
(Stilebenen, Bildlichkeit, Satz-, Periodenaufbau u.s.w.)"
(Sprachwissenschaft)
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Philosophie:
"die gedankl.
Auflösung eines begriffl. oder realen Ganzen
in seine Teile; auch der Rückgang von der Wirkung auf
die Ursache oder vom Bestand eines Seienden auf die
bedingenden Prinzipien und Gesetze; eine der Synthese
entgegengesetzte Erkenntnismethode.
Entsprechend dem Vorrang der spekulativ-synthet.
Denkweise wurde die A. ursprünglich in der philosoph.
Tradition (Aristoteles) ausschließlich als log. Operation
verstanden. Erst in der Renaissance entstand eine von
der A. her aufbauende Wissenschaftsmethodologie, die,
zunächst von allgemein-theoret. Charakter, im Rahmen
der Entwicklung der neuzeitl. Naturwiss.en im Lauf des
16. und 17. Jh. (G Galilei, I. Newton) zunehmend zu einer
praktisch-empir., experimentellen Verfahrensweise wurde.
Der Empirismus sah im analyt.-empir. Vorgehen schließ-
lich die einzige Methode zur sicheren Erlangung eines
Wissens überhaupt. I. Kant unterschied zw. log. Analytik, die von allen
gegenständlichen Beziehungen abstrahiert,
und transzendentaler Analytik, die nach den Bedingungen
der Möglichkeit der Gegenstände der Erfahrung fragt.
Die weitere philosoph. Entwicklung wurde zum einen
durch die Deutung von A. und Synthese aus ihrer dialekt. Bezogenheit
aufeinander in der Lehre Hegels bestimmt,
an die die Wissenschaftstheorie des dialekt. Materialis-
mus anknüpfte, zum anderen durch die z. T. programmat.
Betonung der analyt. Methode im Positivismus und den
bes. sprachanalytisch orientierten Richtungen des Neopo-
sitivismus und der analytischen Philosophie."
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Psychologie:
"Die psycholog.
Analyse kann sich richten auf ein Erlebnis
oder einen Erlebniszusammenhang (Erlebnis-A.), den
Ausdruck, z. B. in Mimik, Gestik, Pantomimik, Gang, Spra-
che, Handschrift (Ausdrucks-A., Sprach-A.), die statist.
Häufigkeit bestimmter Kommunikationsinhalte (Inhalts-
A.), Leistungen verschiedenster Art (Leistungs-A., Ar-
beits-A.), den Lebenslauf (Lebenslauf-A.) oder einen Charakter als
Ganzes (Charakter-A.), ferner auf eine phi-
losophisch-anthropol. Psychotherapie (Daseins-A.). [...]"
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Psychoanalyse:
- "ein
von Sigmund Freud entwickeltes Untersuchungs-
verfahren seelischer Vorgänge mit dem Ziel, die nicht
bewusste Bedeutung von Worten, Handlungen und Vor-
stellungen zu ergründen.
- eine Therapiemethode psychischer Störungen.
Im
Rahmen der Therapie, auch Psychoanalyse oder Ana-
lyse genannt, wird versucht, die Widerstände, Übertra-
gungen oder geheime Wünsche des Patienten durch
Deutung offenzulegen, klarzumachen und damit aufzu-
lösen.
- ein mehrschichtiges System von Theorien über
Aus-
wirkungen unbewusster psychischer Abläufe auf das
Fühlen, Denken und Handeln von Menschen. Die Bau-
steine dieser Theorien stammen aus der Untersuchung
seelischer Vorgänge und der Therapie psychischer Stö-
rungen.
Gegenstand
psychoanalytischer Untersuchungen sind
daneben Phänomen der kulturellen und gesellschaftli-
chen Entwicklung."
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www.wikipedia.de
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Mit der Annahme der
Analysierbarkeit der Psyche sind bestimmte Grundannahmen verbunden:
- die Psyche ist logisch strukturiert bzw.
strukturiert sich
logisch,
- die Struktur bzw. der Strukturierungsprozess der
Psyche
ist mittels der psychoanalytischen Methodik zugänglich
und erkennbar.
Die konkrete Analyse
geht jeweils aus von allgemeinen
theoretischen Annahmen über die Struktur der Psyche;
Freud selbst entwickelte u.a.
- die Triebtheorie (Sexual- und Todestrieb),
- die Phasentheorie (orale, anale und genitale
Phase der
psychischen Entwicklung),
- das topographischen Modell (3 Systeme des
Bewussten,
Vorbewussten und Unbewussten) und
- das Dreiinstanzenmodell (Ich, Es und Über-Ich)
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Soziologie:
"Methode bei der
empir. Untersuchung sozialer Phäno-
meine; wesentl. Verfahren sind die Meinungsumfrage
(z. T. mittels Fragebogen) und die Methoden der Statistik
(Faktorenanalyse, Inhaltsanalyse, Itemanalyse, Varianz-
analyse)."
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Sprachwissenschaft:
"Zerlegung sprachl.
Einheiten in ihre Elemente mit Be-
schreibung ihrer Beziehungen untereinander und zum
Ganzen. Gegenstand der A. können Wörter (Wort-A.),
Sätze (Satz-A.) oder Texte (Text-A.) sein; die A. kann
sich auf die phonet., phonolog., morpholog. und semant.
Struktur beziehen. [...] Systematisiert wurde die A. in der
Sprachwiss. bes. von den Vertretern des Strukturalismus.
[...]"
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Weiterhin ist die A.
bedeutsam innerhalb der Mathematik, Meteorologie, Musik, Pädagogik,
Systemtheorie
(System-A.), Volkswirtschaftslehre.
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Verfasserin:
Katrin Lederer Dipl.-Ing.
Architektur
E-Mail: katrinlederer@web.de
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Seite zuletzt aktualisiert am:
27.04.2005
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