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Analogie
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allg.: Entsprechung;
Ähnlichkeit; Gleichartigkeit
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"A. ist ein in
Philosophie und zahlreichen Einzelwissen-
schaften gebräuchlicher Begriff zur Bezeichnung eines
bestimmten Ergebnisses bzw. Verfahrens der Tätigkeit
der Erkenntnis. Im Unterschied zur Äquivalenz (Überein-
stimmung in einer Hinsicht) und der Gleichheit (Überein-
stimmung in allen Hinsichten) ist A. das Ergebnis eines
Vergleichs, aufgrund dessen zwischen Eigenschaften
oder Zuständen von Gegenständen oder Systemen auf
die Relation der Ähnlichkeit, eines 'richtigen Verhältnisses'
oder einer Entsprechung geschlossen wird. A. ist eine
Ähnlichkeit unterschiedlichen Grades hinsichtlich be-
stimmter Aspekte und Eigenschaften zwischen unter-
schiedlichen Gegenständen oder Systemen, die im
Grenzfall in Identität [...] übergehen kann [...]."
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Sandkühler, Hans Jörg (Hrsg.):
Europäische Enzyklopädie zu
Philosophie und Wissenschaften.
Meiner, Hamburg 1990
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"Eine
Analogie ist ein abgekühltes Bild,
bei dem es weniger auf den erzähleri-
schen Reiz, als vor allem auf die logi-
sche Struktur ankommt."
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Jens Soentgen: Selbstdenken!
20 Praktiken der Philosophie.
Peter Hammer Verlag,
Wuppertal 2003, S. 96
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Im Hinblick auf Architektur
ist die Analogie wichtig für
deren Verstehen (1) und Entwerfen (2):
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(1) Auch das Verstehen und Interpretieren von
Architektur
ist Erkenntnis, und hierbei spielt das Denken in Analogien
eine zentrale Rolle. Architektonische Formen, Bilder, Räu-
me und Strukturen werden nach dem Vorbild ähnlicher,
d.h. analoger Situationen interpretiert; d.h. Architektur be-
zieht ihre Bedeutung zuerst einmal aus dem Vergleich mit
Bekanntem (bevor das erste Urteil (Vorurteil) durch Ge-
brauch und Erfahrung korrigiert werden kann).
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(2) Die Urteilsbildung und Erkenntnis durch Vergleichen
ist berechtigt, weil Architektur auf ebendiese Weise auch
entworfen wird. So beruhen z. B. architektonische Typolo-
gien auf formaler Analogie.
--> Entwerfen
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Zum Verständnis der
Bedeutung der Analogie für die Ar-
chitektur kann das Begriffsverständnis innerhalb verschie-
dener wissenschaftlicher Bereiche beitragen:
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Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschaften:
Hier
bezeichnet A. "nicht, wie in der Alltagssprache, jegli-
che Erkenntnis durch Vergleich und Ähnlichkeitsfeststel-
lung, sondern relationstheoretisch - im Unterschied zur
Art- und Gattungseinheit - die Verhältniseinheit bzw. Ver-
hältnisgleichheit [...]. einander strukturell oder funktional
ähnlicher Eigenschaften oder Zustände und bedeutet so
auch 'Korrespondenz von Struktur- und Funktionsmerk-
malen unterschiedlicher Entitäten. In diesem Sinn kann
auch das Verhältnis zwischen einem Modell und dem ihm
isomorphen (gleichgestaltigen) Gegenstand oder System
als A. bezeichnet werden.
In zweiter Bedeutung bezeichnet A. ein Erkenntnisverfah-
ren, das sich des analogen Schließens als eines methodi-
schen Hilfsmittels der Entdeckung von noch Unbekann-
tem aus Bekanntem bedient."
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Sandkühler 1990 (A. s. o.)
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Biologie:
"nicht
auf gemeinsamer Abstammung beruhende weit-
gehende Anpassungsähnlichkeit von Funktionen und
Verhaltensweisen bei verschiedenen Arten von Lebewe-
sen."
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Brockhaus. Die Enzyklopädie in
24 Bänden. Brockhaus, Mannheim,
20., neu bearbeitete Auflage
1996 bis 1999
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"gleiche Funktion
von Organen, die entwicklungsge-
schichtl. verschiedener Herkunft sind; Beispiele: Phyllokla-
dien / Blätter, Kiemen / Lungen, Insektenflügel / Fleder-
mausflügel"
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"Übereinstimung des
Gebrauchs von Organen verschie-
dener Herkunft"
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Fremdwörterbuch, Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1959
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Physik, Kybernetik:
"die auf bestimmten
Übereinstimmungen oder Ähnlichkei-
ten beruhende Entsprechung von Systemen und Vorgä-
ngen. Eine strukturelle A. zweier Systeme liegt vor, wenn
gewisse Beziehungen, Gesetzmäßigkeiten oder Wechsel-
wirkungen zw. ihren Elementen (Bausteinen) einander
entsprechen, wobei zwischen den Elementen selbst keine
Entsprechung vorliegen muss, der stoffl. Aufbau der bei-
den analogen Systeme also ohne Bedeutung ist. Eine der-
artige A. besteht bei geometrisch ähnl. Systemen oder bei der
Gegenüberstellung von Makro- und Mikrokosmos (z. B. zw. dem Sonnensystem
und dem bohrschen Atom-
modell). Eine funktionale A. zweier (in ihren Elementen
und/oder auch strukturell versch.) Systeme liegt vor, wenn
sie für eine bestimmte Aufgabe oder Funktion in gleicher
Weise geeignet sind und zu deren Erfüllung wechselseitig
ersetzbar sind. Eine derartige A. besteht zw. Logikele-
menten der Digitaltechnik und den Neuronen des Nerven-
systems bei der Ausübung log. Funktionen."
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Brockhaus (24 Bde.) 1996 (A. s. o.)
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Recht:
"sinngemäße
Anwendung eines Rechtssatzes auf einen
vom Gesetz nicht geregelten Tatbestand. [...]"
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Brockhaus (24 Bde.) 1996 (A. s. o.)
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Theologie:
In der Theologie meint
analoge Erkenntnis "eine Erkennt-
nis Gottes nach der A. der geschaffenen Dinge. So wie
der Physiker sich nämlich jene prinzipiell niemals unmittel-
bar zu vergegenwärtigenden physikalischen Gegenstände
(Atom, Ätherwelle) nach A. der unmittelbar zugänglichen
Erscheinungen denkt, so muss sich die Theologie die un-
vorstellbaren Eigenschaften Gottes nach A. der Eigen-
schaften der geschaffenen Dinge veranschaulichen."
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Specht 1952, 7, zit. n.:
Sandkühler 1990 (A. s. o.)
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Verfasserin:
Katrin Lederer Dipl.-Ing.
Architektur
E-Mail: katrinlederer@web.de
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Seite zuletzt aktualisiert am:
26.04.2005
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